
TOL Hubert Gottmann gibt den Studenten
einen kurzen Überblick über verschiedene
Schweißtechniken. (Foto Ebeling)

Assistiert von TOL Hubert Gottmann macht
Amelie Yomani, Studentin im zweiten
Semester, erste Schweißversuche,
während Nicole Tsakem (1. Semester)
ihren Einsatz abwartet. (Foto Ebeling) |
„Schweißen Verbindet“
Aktion „Studenten treffen auf Azubis“ von Hubert-Sternberg-Schule
und Hochschule Mannheim
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Wiesloch. (HCE) „Schweißen verbindet“ lautet das Motto der 1975
errichteten DVS-Kursstätte als „Regionales Schweißtechnisches
Ausbildungszentrum“ an der Hubert-Sternberg-Schule in Wiesloch.
Hier finden seit Jahren Einführungs- und Fortbildungskurse
des „Deutschen Verbands für Schweißen und verwandter
Verfahren e.V.“ statt. Außergewöhnlich war jedoch der Besuch
der Klasse 3a der Walldorfer Wald-Grundschule im Jahr 2006,
gefolgt von 16 Studenten der Hochschule Mannheim im vergangenen
Jahr im Rahmen der Aktion „Studenten treffenAzubis“.
Wegen der damals guten Resonanz organisierten Professor Dr. Bernd
Schinke zusammen mit dem stellv. Leiter des Schweißtechnischen
Ausbildungszentrums, TOL (Technischen Oberlehrer) Hubert Gottmann
einen zweiten Besuch von über 40 Studenten und einigen Studentinnen
insbesondere der Fachrichtungen Maschinenbau und Verfahrenstechnik.
„Schweißen verbindet“ – in übertragenem Sinne galt es diesmal für
dieMannheimer Studenten ebenso wie für die Wieslocher Azubis,
d.h. Schülern der Metallbauklasse im dritten Lehrjahr, die ihre Gäste
in die Praxis einführten.
„Was geht ab beim Schweißen?“ - Im Grunde nichts, denn,
wie TOL Gottmann in seiner Einführung betonte, „was richtig geschweißt ist,
hält“. Andererseits „sehr viel, denn wer richtig schweißen will,
muss über das notwendige fachkundliche Wissen und die erforderliche
Handfertigkeit verfügen“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende
des DVS-Bezirksverbands Mannheim-Ludwigshafen. Und damit sprach
Gottmann die Bedingung für praktisch lebenslange Weiterbildung für
Schweißer an. Die DVS-Prüfung müsse jeweils nach zwei Jahren erneuert
werden, um zu garantieren, dass der Schweißer auf dem jeweils
neuesten Stand der Technik ist. Und die ist sehr umfangreich
und richtet sich, so Gottmann, an die unterschiedlichsten Berufsbilder
vom Metallbauer bis zum Goldschmied, vom Karosseriebauer bis zum
Zahntechniker. Zur Anwendung kommen dabei verschiedene Verfahren,
die je nach zu bearbeitendem Material angewandt werden,
wobei verschiedene Metall, Korrosionsarten oder Verarbeitung zu
berücksichtigen sind. Für den Laien mögen Fachausdrücke wie
WIG, MIG/MAG Puls- und Inverter-Schweißstromquellen oder Verfahren
wie Gas-Schweißen, Lichtbogen-Schweißen oder Wolfram-Inertgas-
Schweißen „böhmische Dörfer“ sein, doch „ohne Wissen keine Kompetenz,
ohne Kompetenz keine Qualität“ betonte Gottmann, nach dessen Angaben
eine DVS-Kursstätte bereits in den 1970er Jahren an der Sternbergschule,
die an Osten 1959 ihren Betrieb im damaligen Gewann „Obere Bohn“ aufnahm,
eingerichtet wurde und über drei Jahrzehnten Hunderte von Schweißern
aus- und weitergebildet habe.
Zusammen mit seinem Kollegen Klaus Heinzler lud Gottmann
die Studenten
ein, sich praktisch an den Schweiß-Arbeitstischen zu versuchen -
und zwar unter Anleitung der Azubis. Angetan mit Schürzen, Handschuhen
und vor allem Gesichtsmasken konnten die Studenten sich an verschiedenen
Schweißverfahren versuchen und merkten dabei schnell, dass „nur viel Übung
den Meister macht“, wie Nicole Tsakem aus Kamerun bemerkte.
Beim abschließenden Erfahrungsgespräch wurde deutlich, dass „ich mir alles
einfacher vorgestellt habe“, so ein Metallbau-Student und für Gottmann
und Schinke stand fest, dass diese Aktion „Studenten treffen Azubis“
auch in Zukunft fortgesetzt werden soll. Besonders für die Studenten,
die nur die theoretische Seite des Schweißens kennen, sei es wichtig,
einen Einblick in die Praxis zu erhalten, so Prof. Schinke.
Gegenseitiges Lernen helfe auch, die Arbeit der jeweils anderen besser
zu verstehen und vor allem zu schätzen. Auch wenn die Studenten in
ihrem späteren Arbeitsleben kaum selbst einen Schweißbrenner
in die Hand nehmen müssen, sollten sie doch genug Einblick
in die Praxis haben. Allerdings würde ein einmaliger Besuch in einer
Schweißwerkstätte dafür nicht ausreichen.
Für den HSS-Schulleiter Jürgen Becker und die Fachlehrer
gab Prof. Schinke einen kurzen Überblick über die Hochschule Mannheim.
Sie wurde 1898 als private Ingenieurschule mit den Fächern Maschinenbau,
und Elektrotechnik von Paul Wittsack gegründet.
1939 von der Stadt übernommen und in Städtische Ingenieurschule
Mannheim umbenannt folgte 1962 die Übernahme durch das Land Baden-
Württemberg mit Umbenennung in Staatliche Ingenieurschule Mannheim.
1971 erhielt die Ingenieurschule Hochschulstatus und wurde in
Fachhochschule für Technik Mannheim umbenannt.
1995 wurde die bislang städtische Fachhochschule für Gestaltung in die
Fachhochschule für Technik als Fakultät für Gestaltung mit den Instituten
Interaktive Medien, Printorientierte Medien, Zeitbasierte Medien,
Fotografie sowie Designwissenschaften eingegliedert.
2006 kam es zur Fusion mit der Fachhochschule für Sozialwesen Mannheim.
Der Name der Einrichtung ist seit 2005 schlicht Hochschule Mannheim.
Die Hochschule hat heute neun Fakultäten,
darunter die von Prof. Bernd Schinke vertretene Fakultät Maschinenbau
mit den Studiengängen: Konstruktion (Bachelor), Produktion (Bachelor)
und den deutsch-französischen binationalen Diplom-Studiengang
sowie ein Master-Studium.
Unterrichtet werden die ca. 4300 Studienrenden, darunter 1285 Frauen
und 790 Ausländer, von 160 Professoren und 117 Lehrbeauftragten,
die von 112 technisch-wissenschaftliche
Mitarbeitern unterstützt werden. |