E-Hand-, WIG- und MIG-Schweißen
von Aluminiumwerkstoffen in Theorie und Praxis
(mit praktischen Vorführungen)
Referenten:
A. Roßnagel (Oerlikon Schweißtechnik, Alzey - Gebietsvertretung)
W. Kippes (Oerlikon Schweißtechnik, Eisenberg/Pfalz – Referent Theorie)
H. Giesike (Oerlikon Schweißtechnik, Eisenberg/Pfalz – Praktische Vorführung)
Am 17.11.2011 fand in der SLV Mannheim ein Vortrag zum Thema
Schweißen von Aluminiumwerkstoffen statt.
Hierfür konnte die Fa. Oerlikon Schweißtechnik, vertreten durch die
Herren Roßnagel, Kippes und Giesike gewonnen werden.
Mit über 30 Gästen war der Kleine Vortragssaal der SLV gut gefüllt.
Ein Beleg, dass das Thema Aluminiumschweißen nach wie vor von
steigendem Interesse ist.
Zunächst begrüßte BV-Vorstandsmitglied K. Heinzler die anwesenden
Gäste sowie die Referenten. Herr Kippes informierte in seinem Vortrag,
dass in der heutigen Zeit das Schweißen von Aluminiumwerkstoffen
hauptsächlich durch die Verfahren WIG und MIG Anwendung findet,
allerdings ist auch nach wie vor das E-Handschweißen weit verbreitet.
Das meistbenutzte Aluminium-Schweißverfahren ist allerdings WIG.
Dies ist gut nachvollziehbar, ist doch für die Schweißnaht kaum Nacharbeit
vonnöten, außerdem ist die Qualität der Schweißnaht für den Werkstoff
Aluminium kaum zu überbieten. Allerdings ist auch eine hohe Qualifikation
des Schweißers nötig, um diese Güte zu erreichen.
Weiterhin ist dieses Verfahren sehr zeitaufwendig.
Herr Kippes ging auch auf die Verwendung verschiedener Schweißströme
und Stromkurven ein. Tatsächlich ist beim WIG-Schweißen von Aluminium
Wechselstrom nicht die einzig mögliche Stromart, sondern es wird auch
Gleichstrom eingesetzt. Dies hat den Vorteil eines tieferen Einbrandes und
einer besseren Ausgasung des Schweißgutes.
Oerlikon hat hierzu das Verfahren „Compo-TIG“ entwickelt, um die
Vorteile beider Stromarten zu vereinigen.
Das MIG-Schweißen von Aluminium hat klar wirtschaftliche Vorteile:
hohe Schweißgeschwindigkeit, gute Schweißergebnisse sowie eine
einfache Beherrschbarkeit. Bisher wurde hierfür mit Gleichstrom
geschweißt und als Schutzgas Argon verwendet, was zur Bildung eines
Sprühlichtbogens führt.
Die Probleme hierbei sind bekannt:
Verunreinigungen in der Schweißnaht sowie die Löslichkeit von
Wasserstoff in Aluminium, was zur berüchtigten Porenbildung führt.
Das Ziel war die Entwicklung eines MIG-Schweißverfahrens,
das weitgehend porenfreie Schweißnähte garantiert.
Hierzu hat Oerlikon einen gepulsten Sprühlichtbogen entwickelt,
der sich durch eine rechteckige Stromform und einer niedrigen Frequenz
auszeichnet. Das „Spray Modal“ genannte Verfahren sorgt für eine
ständige Bewegung des Schweißbades während des Schweißvorganges,
so dass dieses weitgehend ausgasen kann.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
die Porösität in der Schweißnaht ist deutlich verringert,
der Einbrand ist wesentlich besser sowie kann nach wie vor eine hohe
Schweißgeschwindigkeit verwendet werden.
Ein weiteres von der Fa. Oerlikon entwickeltes MIG-Schweißverfahren
ist das sogenannte „Doppelpulsschweißen“. Der Hauptvorteil dieses
Verfahrens ist die Schweißnahtoptimierung in optischer Hinsicht.
Anschließend wurde die Zuhörergruppe in die Schweißwerkstatt gebeten,
um sich diese Neuheiten einmal praktisch vorführen zu lassen.
Herr Giesike führte dies an einem MIG-Kombigerät vor, das die bisher
gängigen Einstellungen sowie die Neuerungen bietet.
An diesem Schweißgerät kann sowohl der bisher weithin verwendete
Gleichstrom, als auch der Pulslichtbogen sowie die von Oerlikon
neu entwickelten Verfahren „Doppelpuls“ und „Spray Modal“ eingestellt
werden. Die Zuschauer hatten nun die Gelegenheit, alle vier Verfahren
miteinander zu vergleichen. Man war sehr überrascht über die vielfältigen
Einstellmöglichkeiten dieses Schweißgerätes. Die Möglichkeit, dass die
Zuhörer nun selbst mit diesem komplexen Kombigerät schweißen durften,
rundete diesen informativen und kurzweiligen Vortrag ab.
Unser Dank gilt der Firma Oerlikon sowie den anwesenden Referenten.
hz
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